Vulkanwandern in Costa Rica

Vulkanwandern in Costa Rica

Vulkanwandern in Costa Rica

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Staunend stehen wir am Rand des Kraters und schauen über hundert Meter tief in die brodelnde Lagune. Es ist ein seltenes Schauspiel, das wir hier geniessen können, denn nur eine Handvoll der Vulkane Costa Ricas ist noch aktiv. Ausser dem auch wegen seiner guten Erreichbarkeit meistbesuchten Vulkan Poas, ist von den anderen aktiven Vulkanen nur ein einziger bis zum Kraterrand begehbar, der …

Rincón de la Vieja

Die Besteigung im gleichnamigen Nationalpark ist bei gutem Wetter für ausdauernde Wanderer möglich. Die Besteigung im gleichnamigen Nationalpark ist bei gutem Wetter für ausdauernde Wanderer möglich.

Um das Gipfelglück vollständig genießen zu können, sollte der Wettergott gnädig sein, damit nicht die Vulkanspitze in Wolken gehüllt ist. Am Parkeingang und auf allen anderen Wegen des Nationalparks herrscht jedoch meist gutes Wetter; im nördlichen Guanacaste regnet es selbst zur Regenzeit relativ wenig. Doch 1000 Meter höher am Gipfelplateau und an den Kratern treten ab und zu starke Winde und auch Nebel auf. Die feuchtere Karibikluft staut sich häufig durch Wolkenbildung und somit sind diese nördlichsten Gipfel der Vulkankette Costa Ricas besonders wetteranfällig. Als Besucher kann man je nach aktueller Wetterlage am Parkeingang kurzfristig entscheiden, ob man zur längeren oder kürzeren Tour aufbricht.

Bevor wir in den Gipfelbereich des Kraters gelangten, sind wir durch den für die nördlichste Provinz Costa Ricas typischen Trockenwald gewandert. Riesige, knorrige Würgefeigen, teilweise zu bizarren Formen gewachsen, säumten den sanft ansteigenden Pfad. Doch nach zwei Stunden kamen wir aus dem Wald, erst begleiteten uns noch ein paar niedrige Büsche, doch dann verschwindet alle grüne Natur. Der Weg wird deutlich steiler und der Boden besteht nun nur noch aus Vulkangeröll. Von hier aus hatten wir wieder Sicht auf den Gipfelkrater, wenig später standen wir bei klarer Sicht und kräftigem Wind auf dem Grat.
Von da ab ging es steil bergan bis zu einem kleinen Sattel mit Wegweiser, der uns den Weg zu dem Von-Seebach-Krater auf 1905 Metern zeigte. Hier erwartete uns ein herrlicher Blick vom Pazifik bis zum Nicaraguasee. Aber unser Weg führte noch weiter zum aktiven Krater. Auf einem mit Steinhäufchen markierten Weg ging es über die karge Ebene bis zu einem weiteren scharfen Grat. Hier beginnt der Kraterrand des Rincón de la Vieja. Rauch steigt auf, der Schwefelgeruch ist je nach Windrichtung ziemlich kräftig. Die Landschaft hier besteht aus schwarzem Geröll, wir stellten uns vor, so könnte es auch auf dem Mond aussehen.
Die Tour ist wirklich etwas Besonderes, sie bietet uns die Gelegenheit, hautnah dem Vulkan ins Auge zu sehen. So bekommt man einen Eindruck von den Urgewalten des Erdinneren, die Costa Rica mit seinen schroffen Bergen und lieblichen Tälern vor Millionen von Jahren geformt haben.

Nach unserem Vulkanerlebnis stiegen wir in knappen zwei Stunden wieder hinab und befanden uns wieder in der vertrauten Landschaft Costa Ricas.
Zahlreiche weitere Tourmöglichkeiten warten hier: Ein Weg über sanfte grasbewachsene Hügel führt zur „Catarata Escondida“, dem versteckten Wasserfall. Das besondere ist, dass man oberhalb dieses beeindruckenden Wasserfalls ankommt, somit in die schwindelnde Tiefe blicken kann, um dann noch etwas flussaufwärts gehend einen zweiten Wasserfall mit schöner Bademöglichkeit zu genießen. Und wenn man ­vulkanische Aktivitäten ohne langwierige Anstiege sehen möchte, dann gibt es noch den gut zweistündigen leichten Rundweg „Las Pailas“ mit blubbernden Schlammlöchern, ­grauen Rauchschwaden und brodelndem Wasser, alles am Wegesrand und leicht erreichbar. Der Rincón de la Vieja Nationalpark bietet für jeden Naturliebhaber etwas. CRS

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